SOMMER

Wandern, Biken, Klettern und Hochgebirgstouren sind beliebte Aktivitäten im Sommer und Herbst. Die Viertausender locken jedes Jahr viele Alpinisten an. 400 km Wanderwege führen aber auch weniger klettererprobte Gäste durch die Bergwelt rund um Zermatt.

Die Zahnradbahn fährt von Zermatt auf den 3089 Meter hohen Gornergrat. Von hier geniesst man eine überwältigende Aussicht auf das Matterhorn, die Gletscher und das Monte-Rosa-Massiv.

Der mit 3883m höchste mit einer Luftseilbahn erreichbare Aussichtspunkt Europas bietet ebenfalls einen faszinierenden Panoramablick auf das Matterhorn (4478m) und die Gipfelwelt der Schweizer, Italienischen und Französischen Alpen. 15 Meter unter der Eisoberfläche kann der Gletscher-Palast bewundert werden. Sechs Skilifte sowie eine Luftseilbahn erschliessen hier das Matterhorn glacier paradise, das höchstgelegene Sommerskigebiet der Alpen auf dem Theodul-Gletscher.

Wandern in Zermatt: auf den Spuren der Walser

Wer in den Zermatter Bergen auf Wandertour ist kommt immer wieder an kleinen Weilern mit typisch alten Holzhäuschen, Heustadeln und kleinen Kapellen vorbei. Was es damit auf sich hat wird einem am besten klar, wenn man ein halbes Jahrtausend in die Geschichte zurück blickt. Zermatt, das im Mittelalter nur im Sommer wegen der grünen Almen besiedelt war, wurde so richtig erst im 13. Jahrhundert besiedelt; Es war die Zeit, als das Volk der Walser seine Gommer Urheimat verliess und die Bergtäler besiedelte.

Die Walser verliessen ihre Heimat nicht aus Spass am Wandern sondern weil ihnen der Lebensraum für die wachsende Bevölkerung zu knapp wurde. So besiedelten sie allmählich Täler und Hochgebirgsregionen. Man beachte, dass es zur damaligen Zeit einfacher war, Pässe zu überqueren, da andere klimatische Verhältnisse herrschten als heutzutage. Die Walser waren hauptsächlich Viehzüchter, Hirten und Jäger; Ackerbau betrieben sie nur, um sich selbst zu ernähren.

 

Die Walser gründeten an geeigneten Stellen kleine Weiler wie Winkelmatten, Blatten oder Zmutt. Vorausssetzung für die Gründung eines Ortes war immer, dass genug Wasser vorhanden war, dass es ausgedehnte Wiesen und Wälder gab und dass der Platz sonnenreich und lawinensicher war. Noch heute findet man in den kleinen Weilern die typischen Holzhäuschen und die auf Pfeilern stehenden Heustadel. In der Mitte eines Ortes wurde immer eine kleine Kapelle errichtet; je weiter oben am Berg eine kleine Gemeinde lebte desto religiöser waren die Menschen. Noch heute gibt es 12 Kapellen im Zermatter Gebiet zu besichtigen; die berühmteste steht wohl auf 2500m Höhe am Fusse des Matterhorns direkt am Schwarzsee (Maria zum Schnee)

Die Walserwanderung war übrigens die grösste Alpenvölkerwanderung, die es je gab. Auch das deutsch-österreichische Walsertal findet seinen Ursprung im Walser-Volk. Im Gegensatz zu früheren Völkerwanderungen verlief die Ausbreitung der Walser völlig friedlich und unkompliziert; das ist bemerkenswert in der Geschichte der Menschheit.